Erwin Uhrmann

Die Orgel als Erzählstimme

Über Karlheinz Essls Werke für Orgel
First Listener's Guide für die CD ORGANO/LOGICS (col legno 2023)

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Zehn Stücke – und ein weiteres als Bonustrack – beinhaltet das Album ORGANO/LOGICS. Ist das Zufall oder bewusst gesetzte Zahlensymbolik? Oder hat der Zufall hier eine symbolisch interpretierbare Bedeutung ergeben? Die Zahl 10 errechnet sich aus der Summe der ersten vier Zahlen, und es ist wiederum kein Zufall, dass der Universalgelehrte Athanasius Kircher, der im 17. Jahrhundert wirkte, dieses ordnende Prinzip für seine eigene Arbeit herangezogen hatte. Im Jahr 1650 erschien seine „Musurgia Universalis oder: Große Kunst der Konsonanz und Dissonanz", eingeteilt in zehn Bücher. Darin versammelte der deutsche Jesuit das von ihm zusammengetragene Wissen zur Musik. Ein Opus Magnum, dessen Arme in unterschiedliche Wissensdisziplinen ausgreifen. Von der Musikhistorie über die Medizin (der Aufbau des menschlichen Gehörs), die Mathematik, die Philosophie bis zum Bereich des Spekulativen und Mystischen spannte Kircher den Bogen seiner Klangkunde. Darüber hinaus strengte sich der gelehrte Geistliche an, den Status quo musikalischer Ausdrucksformen zu erweitern, indem er polyphone Kompositionen mithilfe algorithmischer Prinzipien schuf. Ein nach solchen Überlegungen konstruierter Musikautomat war eine wasserbetriebene, hydraulische Orgel. Die in der „Musurgia Universalis" enthaltene, detaillierte Skizze dieser zeigt sowohl ein technisch hochkomplexes wie auch symbolisch aufgeladenes Instrument, versehen mit Formeln wie „Numero Deus impare gaudet" (Gott liebt ungerade Zahlen). Es spielte „Zyklopenmusik" und eine „pythagoreische Melodie" – also auf der Mathematik fußend – was sich, wie Kircher überraschenderweise anmerkt, am besten für den Einsatz in Komödien eigne.


Kircher, Musurgia Universalis, hydraulic organ

Athanasius Kircher: Musurgia Universalis (1650), hydraulic organ
Credit: Wellcome Library, London. Wellcome Images


Athanasius Kirchers hydraulische Orgel ist Karlheinz Essls Kompositionen weit näher als ein großer und bekannter Teil des klassischen Orgelrepertoires. Die Orgel, vom altgriechischen Wort „organon" (Instrument, Werkzeug), ist ein effektvolles Instrument. Die ersten bekannten Orgeln, Wasserorgeln, stammen aus der Antike. Eine mobile Version gab es schon in der Römerzeit; sie kam in Theatern zum Einsatz und konnte aufgrund ihrer kompakten Größe auch gut im Privatbereich eingesetzt werden. Im byzantinischen Reich wurde die Orgel als Zeremonieninstrument verwendet. Seit dem 9. Jahrhundert breitete sie sich langsam in Westeuropa aus und wurde zum christlichen Kircheninstrument, das seinen Höhepunkt in der Barockzeit, sowohl in technischer als auch kompositorischer Hinsicht erlebte. Im Zusammenspiel mit der Architektur verfehlte die barocke Orgelmusik nicht ihre Wirkung. Auf die Menschen vergangener Jahrhunderte mag sie wie eine Autorität gewirkt haben, eine transzendierende Macht, deren vertikales Klanggefälle ein Loch in den Himmel riss und alle sich darunter befindlichen Menschen stauchte und berauschte. Selbst in der heutigen Alltagssprache findet sich die Redewendung „Alle Register ziehen" um überzeugendes oder manipulatives Handeln zur Erreichung eines Ziels zu beschreiben. Die Musik eine manipulative Kraft? Davon handelte etwa Helmut Kraussers in der Spätrenaissance angesiedelter Roman „Melodien" aus dem Jahr 1993, in dem der italienische Alchemist Castiglio herausfindet, dass sich mit speziellen Melodien Krankheiten heilen oder Menschen zu konkretem Handeln manipulieren lassen, was bereits Kircher in seiner „Musurgia" beschrieben hatte.

In Karlheinz Essl weckte die Orgelmusik Interesse an Komposition, als er in jungen Jahren die Konzerte des Organisten Peter Planyavsky im Wiener Stephansdom besuchte. Noch während der Studienzeit experimentierte er in Klosterneuburg mit einer Barockorgel, woraus 1986 sein erstes und für viele Jahrzehnte einziges Orgelstück „Orgue de Cologne" entstand, ein elektronisches – in Anlehnung an den Gründungsmoment der Elektronischen Musik. 1951 eröffnete der Westdeutsche Rundfunk das weltweit erste Tonstudio für Elektronische Musik in Köln.

Karlheinz Essl fand im Computer, der sich in den 1980er Jahren langsam seinen Weg in Büros und Wohnzimmer bahnte, sein bevorzugtes Medium, schrieb Programme und verwendete algorithmische Prinzipien zur Komposition. Mit bildender Kunst und Literatur begab er sich in regen Austausch und nicht selten auch in längere Dialoge, insbesondere was konzeptuelle Vorgehensweisen betrifft. Davon abgesehen beschäftigte er sich mit unzähligen Instrumenten, teils traditionellen wie der Guzheng, einer alten chinesischen Zither, teils neueren, wie dem Theremin und das durch die experimentelle Musik ins Konzertante transformierte Toy Piano. Seine Methode ist dabei stets eine offene: die Befragung des jeweiligen Instruments, also das Experimentieren mit dem Klangkörper, das Ausloten neuer Spieltechniken und vor allem auch das wechselseitige Reagieren zwischen Instrument und Musizierenden in unterschiedlichen Konstellationen im Sinne eines Dialogs, um zu Ideen für neue musikalische Formen zu gelangen. Essls Arbeit ist nie weltfremd, sondern hat, abgesehen von formalen und ästhetischen Prinzipien stets eine soziale Komponente. Nicht selten erreicht er dabei in klanglicher Hinsicht Erstaunliches, das weit abweicht vom konventionellen Umgang mit einem Instrument. Im Falle der Orgel mag das nicht einfach erscheinen, weil sie sowohl auf einer symbolischen wie auf einer technisch-klanglichen Ebene wenig flexibel ist. Oder doch nicht?


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Der Organist Wolfgang Kogert und der Komponist Karlheinz Essl
Foto © 2022 Maria Frodl


Karlheinz Essl traf 2016 auf den Organisten Wolfgang Kogert, der sowohl das traditionelle Repertoire beherrscht als auch mit zeitgenössischen Orgelkompositionen bestens vertraut ist. Zunächst arbeiteten die beiden mit Studierenden, die im universitären Kontext für Orgel und Elektronik komponierten. Das weckte Essls Neugier, sich auch in der eigenen Arbeit dem Instrument zu widmen, und so entstand unter anderem das Stück HerrGott! für die neue Riesenorgel im Wiener Stephansdom. Kogert wiederum regte an, ursprünglich für andere Instrumentierungen geschaffene Werke an die Orgel heranzuführen, zu transkribieren oder zu verändern. Diese Vorgehensweise macht ORGANO/LOGICS auch zu einer kurzen Reise durch Karlheinz Essls Schaffen, in der die Orgel als Erzählstimme wirkt.

Obwohl von großer Offenheit geprägt, ist in Karlheinz Essls Arbeit nur das dem Zufall überlassen, was als solches gewidmet ist. Insofern hat auch die Ordnung des gesamten Albums symbolischen Charakter. Am Anfang steht ein hoch aktuelles Stück mit dem Titel vingt secondes aus dem Jahr 2020, das genauso lange dauert wie das eingelernte, gründliche Händewaschen während der Corona-Pandemie. Am Ende wiederum steht die bereits erwähnte, allererste Orgelkomposition, Orgue de Cologne, und in der Mitte das für das Festival Wien Modern 2020 geschaffene Stück unbestimmt. Es strahlt wie ein Stern in dieser kleinen Klanggalaxie in alle Richtungen aus. Die Weltraummetapher kommt hier nicht von ungefähr. Das bereits erwähnte – in vielen Fällen durch die Orgelarchitektur verstärkte – vertikale Gefälle wird ausgehebelt zugunsten eines horizontalen, nach allen Seiten ausgreifenden Klangerlebnisses, das sich etwa als ozeanisches Gefühl beschreiben lässt, ein Begriff, der auf Romain Rolland zurückgeht, der darin ein Gefühl von Ewigkeit verstand (im Unterschied zur bekannteren Definition Sigmund Freuds, der darin eine Regression auf eine frühere Entwicklungsphase sah).

Zwischendrin gruppieren sich acht weitere Kompositionen, in denen die Orgel von unterschiedlichen Referenzpunkten aus erzählt. In Puzzle of Purcell paraphrasiert Karlheinz Essl Motive aus Henry Purcells Opern „King Arthur" und „Oedipus". WebernSpielWerk ist ein zentrales Stück in Essls Schaffen, das er anlässlich von Anton Weberns 60. Todestag komponierte – ursprünglich ein computergeneriertes Glockenspiel, das Weberns letzte Zwölftonreihe verarbeitet. Auf Webern verweist auch tenet opera rotas, genau genommen auf das von ihm verwendete Palindrom „Sator arepo", das Essl in seinem Werk immer wieder aufgreift. Das Satzpalindrom ist eine Abfolge der lateinischen Worte „SATOR AREPO TENET OPERA ROTAS", die von allen Seiten, im Quadrat auch vertikal oder horizontal gelesen werden kann. Von der Antike heraus, etwa in Pompeji, findet sich dieses Palindrom durch die Jahrhunderte, zumeist als Hausinschrift, von Deutschland bis in die USA. In Essls Kompositionen steht es für das Prinzip der Spiegelung ebenso wie das Enigmatische, das zwar einen rationalen Ursprung hat, aber immer auch Raum für einen unerklärlichen Rest lässt. Die palindronische Kompositionsweise hat nicht nur formalistischen Charakter, sie ist auch spielerisch zu verstehen, was das Stück Listen Thing zeigt, für das Essl die Melodie des bekannten Weihnachtsliedes „Stille Nacht" in verschiedene Richtungen – in der Originalform, als Krebs, als Umkehrung und als Krebsumkehrung – verwendet.


Der Begriff Spiegelung wiederum ist nicht nur kompositorisch zu verstehen, sondern auch im übertragenen Sinne, als Prämisse der Zusammenarbeit zwischen Karlheinz Essl und Wolfgang Kogert. ORGANO/LOGICS ist aus einem Dialog heraus, aus Spiegelungen und Reflexionen entstanden, insbesondere, was die bereits vorhandenen Arbeiten Essls betrifft, die in den Orgelkontext überführt wurden. So macht sich Essl die Raumakustik der Hofburgkapelle, deren Organist Kogert ist, in après l'avant zu Nutze, um mit den Mitteln der Live-Elektronik die statische Dimension des Instruments völlig auszuhebeln. Er selbst bewegt sich mit dem Klang der Orgel durch den Raum und lässt sie somit zu einer freien, schwebenden, ja fast schwadronierenden Erzählstimme werden.

Man könnte die kompositorische Arbeit von Karlheinz Essl in der Interpretation von Wolfgang Kogert als Dekonstruktion der Orgel begreifen, doch nicht, um diese in ihrer Verfasstheit aufzulösen, sondern um ihr weitere Dimensionen hinzuzufügen. Essl und Kogert haben die Orgel befragt und sie erzählen lassen.


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Erwin Uhrmann

The organ tells its tale

About Karlheinz Essl's composition for organ
First Listener's Guide of the CD ORGANO/LOGICS (col legno 2023)


The album ORGANO/LOGICS comprises ten pieces for organ (plus a bonus track). Is this just a coincidence, or deliberate number symbolism? Or has coincidence generated a value open to symbolic interpretation? The number 10 is the sum of the first four numbers; and it is by no means a coincidence that 17th century polymath Athanasius Kircher chose to employ this organizing principle in his work. The "Musurgia Universalis, or: the Great Art of Consonance and Dissonance, published in ten volumes in 1650, is a compilation assembling all knowledge about music gathered by the German Jesuit. Kircher's opus magnum on all things related to sound encompasses diverse disciplines, covering music history and medicine (the workings of the human ear), mathematics and philosophy, and even ventures into speculative and mystical spheres. The scholarly priest also endeavored to expand the existing range of forms of musical expression by creating polyphonic compositions with the help of algorithmic principles. A music automaton designed on the basis of these notions took the form of a water-powered hydraulic organ. The instrument depicted in a detailed sketch in the "Musurgia Universalis" is both of high technical complexity and charged with symbolism; Kircher added formulas such as "Numero Deus impare gaudet" (God loves odd numbers). The organ played "cyclopean music" and a "Pythagorean melody" (i. e. based on mathematics), which, according to Kircher's surprising comment, was best suited for use in comedies.

Karlheinz Essl's compositions are much closer to Athanasius Kircher's hydraulic organ than to a large part of the familiar classical organ music repertoire. The organ (the word is derived from the Greek "organon, which means instrument or tool) is a very effective musical instrument. The first organs we know of, water organs, date back to antiquity. The Romans had already developed a type of portable organ; it was used in theater performances and, thanks to its compact size, also in private homes. In the Byzantine Empire organs were used as ceremonial instruments. From the 9th century onwards, the organ became more and more popular in Western Europe, mainly for use in Christian churches; its heyday – both in technical and in compositional terms – was the Baroque era. In team with the architecture, baroque organ music did not fail of its object. Listeners in past centuries may have experienced it as a higher authority, a transcending force whose vertical surge of sound tore a hole into the sky, conquering and enrapturing all the people beneath it. Even today we use the expression "to pull out all the stops" to describe a persuasive or manipulative action aimed at achieving a goal. Music as a manipulative force? This notion is featured e. g. in Helmut Krausser's 1993 novel "Melodies". In the story, set in the late Renaissance, the Italian alchemist Castiglio discovers that specific melodies have the power to heal illnesses, or to manipulate people into taking concrete actions: ideas also described by Kircher in his "Musurgia Universalis".

In the young Karlheinz Essl, listening to Peter Planyavsky play the organ at the St. Stephen's Cathedral in Vienna, organ music inspired an interest for composition. He began experimenting with a baroque organ in Klosterneuburg while still a student, and in 1986 wrote his first (and for many years his only) piece for organ, the Orgue de Cologne: an electronic piece, named in memory of the founding moment of electronic music, the opening of the world's first sound studio for electronic music by the Westdeutsche Rundfunk in Cologne in 1951.

Computers, which began to colonize offices and sitting rooms during the 1980s, turned out to be Karlheinz Essl's preferred medium; he was writing programs and using algorithmic principles for his compositions. His animated discourse with art and literature frequently developed into extended dialogues, in particular relating to conceptual approaches. He also studied numerous musical instruments, some of them traditional, such as the guzheng, an early Chinese zither, others of a later vintage, like the theremin or the toy piano, promoted to a concert instrument in the wake of experimental music. Essl's approach is always open-minded: he "questions" the instrument by experimenting with it, explores new playing techniques; and first and foremost, he is interested in the mutual responses between the instrument and the player in various constellations, in the sense of a dialogue leading to ideas for new musical forms. Essl's work is never ivory-towered but, besides its formal and aesthetical principles, always has a social component. And in terms of sound, his achievements are often remarkable, going far beyond any conventional way of playing an instrument. This may seem quite difficult when it comes to the organ, given its apparent lack of flexibility both on a symbolic and on a technical and tonal level. Or does it?

In 2016, Karlheinz Essl first encountered Wolfgang Kogert, an organist both versed in the traditional repertoire and familiar with contemporary compositions for organ. Initially Essl and Kogert worked with students who wrote pieces for organ and electronics at university. This experience prompted Essl to devote more of his own work as a composer to the organ; the results of his efforts include the piece HerrGott!, written for the new giant organ at St. Stephen's Cathedral. Kogert, on the other hand, came up with the idea to adapt or transcribe pieces originally written for other instrumentations for organ. The album ORGANO/LOGICS may therefore also be regarded as a brief journey through the musical oeuvre of Karlheinz Essl, with the organ taking the part of the narrator.


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Wolfgang Kogert and Karlheinz Essl
Foto © 2022 Maria Frodl


Despite the open-minded attitude characteristic of his work, Karlheinz Essl only leaves things to chance which are clearly designated as such. Bearing that in mind, the sequence of the tracks on the album is also symbolic. The opener is the highly topical vingt secondes of 2020, measuring the exact amount of time we have been taught to dedicate to thoroughly washing our hands during the COVID-19 pandemic. The final track is Orgue de Cologne, already referred to above, Essl's very first composition for organ, while in the middle we en- counter the piece unbestimmt, originally written for the 2020 Wien Modern festival, which, like a star, radiates light in all directions in the small galaxy of sound created by this album. The metaphor was chosen deliberately. The vertical surge mentioned earlier (often enhanced by the organ's architecture) is annulled by a horizontal sound experience reaching out on all sides, an experience that may be described as an "oceanic feeling"; the expression was coined by Romain Rolland, who associated it with a sensation of eternity (contrary to Sigmund Freud's more famous definition of the concept as a regression to an earlier stage of development).

In between these three pieces, another eight compositions feature the organ telling tales from different points of reference. Puzzle of Purcell paraphrases motifs from Henry Purcell's operas "King Arthur" and "Oedipus". WebernSpielWerk is a central piece in Essl's oeuvre; it was written on the occasion of the 60th anniversary of Anton Webern's death, originally a computer-generated glockenspiel based on Webern's last twelve-tone series. tenet opera rotas is also a reference to Webern, or, more specifically, to the palindrome "sator arepo" used by Webern, which also plays a vital part in Essl's oeuvre. The palindrome consists of a sequence of Latin words, SATOR AREPO TENET OPERA ROTAS, which can be read both forwards and backwards, as well as vertically and horizontally if written into a square. Since antique times, this palindrome has appeared in many places throughout the centuries, from Pompeii to Germany and the US, usually as an inscription on buildings. In Essl's compositions it represents the principle of reflection, as well as the enigmatic, that which, even though of rational origin, always leaves space for something inexplicable. The palindromic composition technique does not have an exclusively formalistic character, there is also a playfulness to it, as is evidenced by the piece Listen Thing. Here Essl uses the melody of the famous Christmas carol Silent Night in varied order: in the original form, as a retrograde, as an inversion, and as a retrograde inversion.

The concept of reflection, however, should not only be considered in a compositional context, but also in a figurative sense: as a basis for the collabo- ration between Karlheinz Essl and Wolfgang Kogert. ORGANO/LOGICS is the result of a dialogue, of reflections and contemplations, especially concerning earlier compositions by Essl that have been translated into an organ context. In après l'avant, for example, Essl uses the acoustics of the Imperial Castle's Court Chapel (Kogert is the Court Chapel's organist) to completely annul the organ's static dimension with the help of live electronics. He moves through the space with the sound of the organ, which is thus transformed into a free, floating, even swaggering narrative voice.

Karlheinz Essl's compositions in Wolfgang Kogert's interpretation might be perceived as a deconstruction of the organ, but one aimed, not at breaking up its integrity but at adding new dimensions. Essl and Kogert asked the organ, and let it tell its tale.

© 2023 by Erwin Uhrmann

in: Booklet zur CD ORGANO/LOGICS (col legno 2023)



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Updated:8 Mar

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