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Interactive score of 7x7 fo(u)r clarinets (2006)
Thanks to Iby-Jolande Varga (Flash programming) and Georg Riedl (bass clarinet)
7x7 is a composition project for various ensembles of four identical instruments, started in 2006. So far, individuals pieces are available for the following instrumental quartets:All pieces are based on the same harmonic structure which appears as an 8-part all-interval row (with 4 additional pitches) which can be interpreted as a sort of distorted overtone series:
- 7x7 fo(u)r clarinets / arr. 7x7 fo(u)r saxophones (2006)
- 7x7 fo(u)r trombones (2008)
- 7x7 fo(u)r electric guitars (2009)
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Harmonic material of 7x7
In all pieces, the four instruments are positioned in the four corner points of a virtual square around the audience. The score is organized in a sort of chess board with 7x7 fields. Each field contains a musical phrase which duration is left to the discretion of the player. After finishing a phrase, the player makes a pause of an undefined length. Then he proceeds to the next motive and so on.Each musician begins in one of the four corner fields of the grid. The entrance of the players is staggered. Player 1 starts with his phrase. When the maximum of the crescendo is reached, the second player enters, then the third and finally the forth. Each player takes an individual path through the grid following the directions of the respective arrows. Each path describes a spiral that finally ends in the center field.
Here, the players improvise with the supplied pitches using structures that have already been played before. Never fall into the habit of empty virtuosity. Instead, floating colors and textures that sum up into collective sound are feasible.
At a sign of the first player, the improvisation ends. Each player follows a diagonal that leads the the corner field opposed to the one on which he started. There the piece ends.
7x7 ist ein Klangspiel für 4 Klarinetten, 4 Altsaxophone 4 Posaunen oder 4 E-Gitarren, die vorzugsweise in einem halligen Raum aufzuführen ist. Die 4 Spieler sind so um das Publikum herum aufgestellt, dass sie die Eckpunkte eines gedachten Quadrates markieren.
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Spielpartitur von 7x7 fo(u)r clarinets
© 2006 by Karlheinz Essl
Klangbausteine
Die Partitur besteht aus 7x7 Kästchen; jedes davon beinhaltet ein musikalisches Motiv. Diese Klangbausteine lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen:
- Liegetöne: Klänge von langer Dauer, unter genauer Beachtung des Dynamikverlaufes. Bei Multiphonics soll die angegebene Tonhöhe die am deutlichsten wahrnehmbare Komponete des Spaltklanges darstellen. Glissandi sind so gleichmäßig wie möglich auszuführen und mit Ansatz und/oder Griffen zu unterstützen.
- Sforzati: erscheinen als isolierte Impulse, Vorschlagsfiguren oder Ricochets. Bei Letzterem handelt es sich um rasche, kontinuierlich leiser werdende Tonwiederholungen, die ritardando mit gleichzeitigem decrescendo gespielt werden sollen.
- Melodiefragmente: sind stets espressivo und mit solistischer Attitüde zu spielen.
- Triller: mit 1-2 Nebennoten; im letzteren Fall immer unregelmäßig permutieren.
Spielregeln
- Beginn: Jeder Spieler beginnt mit einem anderen Kästchen in den Eckpunkten der Partitur. Am Anfang erfolgen die Einsätze gestaffelt: Spieler 1 (links oben) beginnt, sobald sein Crescendo das Maximum errreicht hat, setzt Spieler 2 ein. Sobald dieser sein Maximum erreicht hat, setzt Spieler 3 ein usw.
- Fortgang: Jeder Spieler folgt der Pfeilrichtung und spielt jene Abfolge der Klangmotive, die in Form einer Spirale bis zum zentralen Kästchen in der Mitte der Partitur führt. Zwischen den einzelnen Motiven sollen kurze Pausen eingefügt werden - deren Länge wird vom Spieler aufgrund des musikalischen Zusammenhanges bestimmt.
- Klimax: das zentrale Kästchen in der Mitte beinhaltet das vollständige harmonische Grundmaterial der Komposition, mit dem frei improvisiert werden soll. Alle in dem Stück verwendeteten Klangtypen dürfen verwendet und frei abgewandelt werden. Wichtig ist das Einfügen von Pausen in die Improvisation und das Reagieren auf das Spiel der anderen.
- Ende: auf ein Zeichen hin wird die Improvisation nach und nach beendet; die Musiker spielen nun die Motive entlang einer Diagonale bis hin zum schräg gegenüber dem ursprünglichen Ausgangsfeld liegende Kästchen.
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7x7 fo(u)r clarinets
Performed by Ensemble Moondog
SCHÖMER-HAUS Klosterneuburg, 9 Nov 2012
Video: Karlheinz Essl
7x7 fo(u)r trombones
Performed by Trombone Attraction
Musikverein Vienna, 6 Oct 2010
Video: Karlheinz Essl
7x7 fo(u)r electric guitars
Performed by ZWERM electric guitar quartet
Essl Museum Klosterneuburg/Vienna, 25 Jan 2010
Video: Karlheinz Essl
"Das erste Stück, das Sie soeben gehört haben, war eine Uraufführung und trägt den Titel 7x7. Warum es so heißt, möchte ich Ihnen jetzt demonstrieren. Dies ist die Partitur: Auch wenn Sie die Details aus der Entfernung nicht alle erkennen können sehen Sie hier einen Raster von 7 x 7 Kästchen. Jedes dieser Kästchen beinhaltet eine musikalische Figur. Ebenso wie hier in der Partitur sind die Musiker in den 4 Ecken des Raumes positioniert, und bewegen sich von ihrem jeweiligen Ausgangspunkt im Sinne einer Spirale auf das Zentrum zu, wo das gesamte Tonmaterial des Stücks versammelt ist. Wenn man schließlich dort angelangt ist, wird mit diesem Material improvisiert. Auf Zeichen bewegen sich die Spieler in Gegenrichtung von ihrem Ausgangspunkt diagonal durch das Spielfeld zu einem Eckkästchen, wo sie ihr Spiel beenden."
"Damit das Ganze auch zusammenklingt, habe ich mir etwas Spezielles einfallen lassen. In diesem Stück gibt es - das ist vielleicht jetzt eine große Demystifizierung - ziemlich genau 8 Tonhöhen. Diese sind so angeordnet, dass die Abstände zwischen den Tönen immer unterschiedlich sind. Sie bilden also eine Art Allintervallreihe. Alle Intervalle, die möglich sind, kommen darin vor. Daraus können die unterschiedlichsten Zusammenklänge gebildet werden, die alle schön und sinnvoll klingen."
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Tonmaterial von 7x7 - Fassung für 4 Klarinetten
"Im Grunde genommen ist es gar nicht notwendig, dass dieses Stück einen Anfang und ein Ende hat. Für diese Saxophon-Fassung dieser Komposition gibt es zwar einen Anfang und einen Schluss; allerdings habe ich bereits vor der heutigen Uraufführung eine Version für Bassklarinette und Computer namens (7x7)7 gemacht, die unendlich ist und die 5 Monate lang in der Sammlung Essl als Klanginstallation gelaufen ist. Dafür habe ich mit dem Klarinettisten Georg Riedl die einzelnen Klangmotive aufgenommen. Er spielt nun sozusagen mit sich selbst im Quartett. Das funktioniert über ein Computerprogramm, das ich dafür geschrieben habe, das sozusagen einen Dirigent simuliert. Stellen Sie sich jetzt 4 virtuelle Georg Riedls in den Ecken vor und den Computer als Zeichengeber, der Einsätze gibt. Der "Musiker" wiederum wählt zufällig eines der Motive aus diesem Tableau aus.""Ich spiele Ihnen jetzt einen kurzen Ausschnitt daraus vor. Da können Sie eine andere Welt dieses Stückes hören und Vergleiche mit der soeben gespielten Saxophonfassung anstellen."
Das war ein kurzer Ausschnitt aus (7x7)7. Darin wird etwas deutlich, das in den letzten Jahr für mich zunehmend wichtiger geworden ist: Musik zu erfinden, die keiner zeitlicher Begrenzung unterworfen ist. Das ist ja oft das Problem mit der Musik, dass sie anfängt, vergeht und dann vergessen wird. In den letzten 10 Jahren beschäftigte ich mich der Entwicklung von Musikkonzepten, die sich einerseits dem Ritual des Konzertes entziehen (wir simulieren das heute hier) und nicht mehr in das Prokrustesbett der zeitlichen Eingrenzung gezwungen werden.
Die 49 Klangbausteine dieses Stückes - eingespielt auf einer Bassklarinette - dienen auch als Ausgangsmaterial der generativen Klanginstallation 7x77, die den Kontrapunkt zu einem Animationsvideo von Jürgen Messensee bildet. Hier wird mithilfe eines Computerprogrammes die Kombination und Übereinanderschichtung der musikalischen Motive durchgeführt.
KLANGGÄRTEN: Introduction by Karlheinz Essl
Haus der Musik Vienna, 14 May 2013
Video: Iby-Jolande Varga
Ganz selten ist eine Partitur zu finden, die für mein – seit etwa 1992 entwickeltes – Projekt Partiturfilm geeignet erscheint, jedenfalls als eigenständiges, in sich geschlossenes Werk. Das Wesentliche soll auf einen Blick, letztlich je auf einem Screen, zu erfassen sein und gleichzeitig soll sie genügend Detail innerhalb dieser Einheit bieten, um in einer bestimmten, meist einem Kurzfilm entsprechenden Zeitspanne, musikalische Abwechslung zu bieten und dabei graphisch anschaulich zu bleiben. (...)
Eine solche fand ich nun 2006 in der Partitur 7x7 von Karlheinz Essl, nämlich in der Aufführungsvariante dieses Werkes für 4 Bläser: Hier nun ganz abstrakt, aber angeregt durch die zugehörigen "Spielregeln" mit der Idee, einen interaktiven Partiturfilm zu entwickeln.
Neben der direkten interaktiven Umsetzung der Partitur in 7x7 interactive gab es ab einem bestimmten Zeitpunkt der Entwicklung des Projektes auch die Idee bzw. den Wunsch einer Visualisierung. Die Abstraktheit der Partitur machte es anfangs schwierig, eine passende visuelle Welt dafür zu finden, doch wurde eine Aussage des Komponisten in einem Zeitton-Portrait in Ö1 letztlich ein ergiebiger Ausgangspunkt für weitere Ideen: ,Meine Kompostionen sind wie Klanggärten, durch die ich wandle'... Nach einigen Recherchen zu historischen und gegenwärtigen Gartenanlagen fand ich heraus, daß die Hängenden Gärten der Semiramis in Babylon überlieferten Beschreibungen zufolge eine quadratische Anlage hatten und terrassenförmig zur Mitte hin, gleich einer Pyramide aufgebaut waren. Die Assoziation zur Anlage der Partitur, die qudratisch angelegt ist mit dem Kulmiationspunkt im Zentrum, war naheliegend. In den KLANGGÄRTEN schweben die Gärten Kraft der Musik.
Die Interaktivität im Projekt KLANGGÄRTEN ist eine Weiterentwicklung der im Jahr 2000 entstandenen VIRTUELLEN KLANGSKULPTUREN. Das Prinzip der dort eingeführten interaktiven Animationen mit zugeordneten Klangelementen wird nun dank der Original-Komposition 7x7^7 von Karlheinz Essl mit zugehöriger Partitur und den damit zusammenhängenden ebenfalls originalen Spielregeln um einen dramaturgischen Ablauf und um bestimmte Zufallsprinzipien, welche aus der generativen Version des Klangspieles rühren, erweitert. Die Spielregeln erfahren somit in dieser Umsetzung eine freie Interpretation.
Visuell handelt es sich um einen interaktiven Animationsfilm in Stop-Motion-Technik, mit eigens dafür gemachten Objekten. Die Animationen basieren auf rund 1500 Einzelbildern (Fotografien), die elektronisch auch einzeln weiterverarbeitet und sodann im Programm Flash animiert und programmiert wurden. Das Projekt bringt sowohl bei der Erstellung als auch beim Abspielen die derzeit verfügbare Technologie an ihre Grenzen (mehrfach überlagerte Bitmap-Animationen inklusive Ebeneneffekten müssen in relativ hoher Auflösung zusammen mit graphischen Tweenings und mit sich überlagernden Sounds abgespielt werden). Noch vor etwa 2 Jahren wäre es nicht realiserbar gewesen, was die Hoffnung nährt, daß in vielleicht weiteren 2 Jahren die Technologie auch ausreichend verbreitet ist, um verläßlich auf verschiedenen Systemen abgespielt werden zu können. (Iby-Jolande Varga, 2011)
Klanggärten: Trailer zum interaktiven Animationsfilm von Iby-Jolande Varga
basierend auf der Musik von Karlheinz Essls 7x7
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ZEITTON vom 7. Januar 2008 Gestaltung: Ursula Strubinsky |
(...) Nicht Melancholie oder Verzweiflung, sondern eine ganz andere Triebfeder hat Karlheinz Essl beim Komponieren in den vergangenen Jahrn bewegt. Nämlich Musik zu erfinden, die keiner zeitlichen Begrenzung unterworfen ist. Sein Stück 7x7 aus dem Jahre 2006 zum Beispiel trägt in sich das Potential, unendlich lang gespielt zu werden. Der 47jährige hat so eine Version für Bassklarinette und Computer realisiert. Beim IGNM-Musikkfest kam allerding eine Fassung für vier Altsaxophone zur Aufführung, und diese hat - nicht zuletzt aus praktischen Gründen - einen Anfang und ein Ende.Die Partitur von 7x7 besteht aus 7x7 Kästchen. In jedem Kästchen ist ein musikalisches Motiv notiert. Das kann ein Liegeton sein oder ein Melodiefragment. Es gibt auch Sforzati und diverse Triller. Jeder Spieler beginnt mit einem jeweils anderen Kästchen in den Eckpunkten der Partitur. Die Musiker setzen nacheinander ein und spielen in einer bestimmten Abfolge ein Kästchen nach dem anderen. Schließlich treffen sie sich alle gemeinsam im Kästchen im Mittelpunkt der Partitur und improvisieren über das vorgegebene Material. Auf ein gemeinsames Zeichen wird das Zentrum verlassen und spielend wieder die Kästchen am äußeren Rand der Partitur erreicht.
Am 6. Oktober 2007 brachte das Saxophonquartett 4 Saxess das Klangspiel 7x7 von Karlheinz Essl im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses zur Aufführung.
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Updated: 17 May 2013