ELEX

Der Elektronische Lexikon-Roman


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Über den ELEX

Ein elektronisches Buch? Nicht nur. Eine Literaturausstellung? Nicht ganz. Eine multimediale Galerie? Schon eher. ELEX, der "Elektronische Lexikon-Roman", als Text-, Grafik- und Fotogalerie, Lese- und Konzertereignis in einem, ist das Ergebnis einer Pionierarbeit der Wiener Gruppe Libraries of the Mind.

Auf Wunsch begleitet die Stimme des Autors Andreas Okopenko den Text des Lexikon-Romans; Grafiken und Fotos sowie eine Lexikon-Sonate, die in Echtzeit bei jeder Lektüre neu entsteht, schaffen einen optisch-akustischen Raum. Der Benutzer kann sich dem Werk auf jeder dieser Ebenen nähern und auch textliche Ergänzungen vornehmen, wie sie Okopenko schon in seinem Roman gefordert hat.

Die Grundstruktur des elektronischen Lexikon-Romans ist die des Hypertext, des assoziatives, am Kontext orientiertes Verknüpfen von Textstellen. Das Anklicken des mit einem Pfeil versehenen Stichwortes genügt, und der zugehörige Lexikonartikel erscheint sofort auf dem Bildschirm. Der "Besucher" muss sich nicht merken, welchen Weg er gegangen ist, denn die momentane Position seiner Roman-Reise findet er auf einer Landkarte:


Ausschnitt aus der Navigationskarte des Elektronischen Lexikon-Roman
© by Libraries of the Mind (1992-98)


und auf einer Stichwortliste kann der gesamte Weg zurückverfolgt werden: die Spur der Lektüren bleibt - jederzeit aktualisierbar - erhalten.



Vom "Lexikon-Roman" zum ELEX

Anfang der 90er Jahre haben wir, die Gruppe "Libraries Of The Mind" - ein lockerer Zusammenschluß von Mediendesignern in Wien -, beschlossen, ein experimentelles Projekt zu starten, in dem die freie, spielerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Computer - besser: Hypermedien - im Vordergrund steht. Andreas Okopenkos Roman in Form eines Lexikons - erschienen bereits 1970 - stellt für dieses Projekt den idealen Ausgangspunkt dar. Erstens bildet er einen unveränderlichen, abgeschlossenen und zeitlosen Korpus von Informationen, der die Weiterentwicklung der formalen Darstellungsmöglichkeiten in den Vordergrund rückt. Zweitens wird der Inhalt in einem traditionellen Medium dargestellt, so dass Vergleichsmöglichkeiten zu neuen, elektronischen Lesarten gegeben sind. Und drittens birgt der Roman auch das Problembewusstsein, dass es heute vielleicht nicht mehr genügt, seinen Inhalt - das stark emotionale Erleben der Vernetztheit und der "Möglichkeitsstruktur" der Welt - mit den traditionellen Mitteln des Buches auszudrücken.

Im Moment der Projektion durch den "Besucher" entsteht eine künstlerisch gestaltete Welt aus Texten und Bildern, Musik und Stimme - für einen flüchtigen Moment durchaus mitgeteilter Perspektive. Es geht dabei nicht um die Simulation von Welt, nicht um "Virtual Reality", sondern um ihr genaues Gegenteil, um die Konstitution von Welt in der Erzählung. Einer Erzählung, an der nicht mehr nur ein Erzähler, eine Sprache und ein Zuhörer, sondern mehrere Erzähler, mehrere Sprachen und auch - mehr als bisher - der Leser, Zuseher und Zuhörer beteiligt sind.



Das Offene Kunstwerk

Statt der vielbeschworenen "virtuellen Realitäten" stehen wir vielleicht vor einer Renaissance all jener Darstellungsweisen, mit denen Menschen seit jeher versucht haben, anderen das Erleben ihrer Realität zugänglich zu machen: in Literatur, Malerei, Musik, Fotografie - nur diesmal nicht als isolierte, perfektionierte Künste in ihrem jeweiligen "Elfenbeinturm", sondern als jederzeit aktualisierbare Bestandteile multimedialen Erlebens. Dahinter steht die Vision des Kunstwerks als offenes System, dessen Gestalt sich, unabhängig von der Wahl des Weges durch den elektronischen Raum, verschieden ausprägt. Es kann mit einem Minimalaufwand an Interaktion konsumiert werden, fordert aber durch Interaktivität zu ständiger Neukomposition und aktiver Beteiligung heraus. Der Besucher kann die Rolle eines "Forschers" einnehmen, der aus einem großen Angebot die für ihn relevante Dimension realisiert, im besten Fall sogar eines "Ko-Autors", der sich an der Erweiterung des Kunstwerks beteiligt.


Computerinstallation des ELEX im Literaturhaus Wien



Libraries of the Mind

Die Gruppe Libraries Of The Mind - 1991 als Zusammenschluß von Künstlern und Mediendesignern in Wien initiiert - siedelt sich in vielfacher Hinsicht an der "Schnittstelle" zwischen Vergangenheit und Zukunft an.


KLANGTURM ST.POELTEN

Andreas Okopenko und Karlheinz Essl bei der Eröffnungs-Performance
des Lexikon-Projektes am 25.7.98 im KLANGTURM ST.POELTEN


Neben dem Autor Andreas Okopenko selbst besteht sie aus dem Programmdesigner Wolfgang Biró, dem Komponisten Karlheinz Essl, dem Historiker Georg Hauptfeld, der Fotografin Krista Kempinger, der Grafikerin Alfgard Kircher und dem Kommunikationsexperten Franz Nahrada.

© 1997/98 by Georg Hauptfeld


in: Booklet zur CD-ROM des "Elektronischen Lexikon-Romans - ELEX"



CD-ROM


Cover zur CD-ROM ELEX - Der elektronische Lexikon-Roman
© by Libraries of the Mind (1992-98)


Seit Mai 1998 ist der ELEX auf CD-ROM für Apple Macintosh Computer verfügbar und kann zum Preis von € 35,- (zzgl. Versandspesen) bei folgender Adresse bestellt werden:

Mediendesign
c/o Dr. Georg Hauptfeld
Alliiertenstr. 3/16
A-1020 Wien

Email: mediendesign@aon.at


Systemanforderungen

System 7.0 oder höher
68040 oder PowerPC
8 MB freier Arbeitsspeicher
QuickTime 2.5 oder höher
CD-ROM Laufwerk (double speed)
13" Farbmonitor (640*480)
Bildschirmdarstellung: mind. 256 Farben



Literatur



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Updated: 22 Nov 2012