RAUMERKUNDUNG #2

Mi 29.6.2022, 18:00 - 20:00 Uhr

Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Klangtheater @ Future Art Lab
1030 Wien, Anton von Webern-Platz 1


Programm | Werkkommentare | Bios | Team


raumerkundung-BEN

Photo © 2021 by KHE


Studierende der Kompositionsklasse von Karlheinz Essl präsentieren ihre Abschlussarbeiten im Klangtheater des Future Art Labs der MDW.

Ein Abend mit Uraufführungen von Doina-Cezara Procopciuc, Hristina Šušak, Afamia Al-Dayaa, Gabriel Bramböck, Omer Barash, Tom Aitken, Haruki Noda, Gabriel Bramböck und Dominik Förtsch.

mdw

Programm

Afamia al-Dayaa: Echoes of a Voice
für Bassflöte und Live-Elektronik (4chn) - 8’
Lina Digka: Bassflöte
Afamia al-Dayaa: Live-Elektronik

Tom Aitken: Scot Free
für verstärktes Streichquartett und Mikrofone (Ambisonics) - 11’
Judith Fliedl: Violine
Franziska Roth: Violine
Antonina Goncharenko: Viola
Anna Grenzner: Violoncello
Tom Aitken: Klangprojektion

Omer Barash: Milego
fixed-media (Ambisonics) - 10’
Omer Barash: Klangprojektion


Hristina Šušak: NANO#2
für Cello und Live-Elektronik (4chn) - 10’
Ana Percevic: Violoncello
Hristina Šušak: Live-Elektronik


*** PAUSE ***


Gabriel Bramböck: Stillleben mit Klavier, Flöte und Kontrabass
für Klavier, Flöte, Kontrabass und Live-Elektronik (Ambisonics) - 12’

Jessica Wang: Klavier
Christoph Schauer: Flöte
Maximilian Spann: Kontrabass
Gabriel Bramböck: Live-Elektronik

Haruki Noda: dissoziation
für Live-Elektronik (8chn) - 12’
Haruki Noda: Live-Elektronik

Doina-Cezara Procopciuc: u n d a - an immersion in sound and space
für Stimme, Samples und Live-Elektronik (4chn) - 7’
Nava Hemyari: Stimme
Doina-Cezara Procopciuc: Live-Elektronik


Dominik Förtsch: PAIMON [prestudy_#1]
für Donnerblech und Live-Elektronik (Ambisonics) - 10’
Dominik Förtsch: Donnerblech und Live-Elektronik


Werkkommentare

Afamia al-Dayaa: Echoes of a Voice

Echoes Of A Voice ist ein Duo für Bassflöte oder Flöte und Live-Elektronik. Es entsteht allmählich eine immer dichtere Klangfläche mit unterschiedlichen Texturen im Raum, über welche die Flöte virtuos soliert.


Tom Aitken: Scot Free

A work that deals with the perspective of sounds and how they fit within their respective environments. Existing fetishistic qualities are dismissed as the core values of playing an instrument are questioned and categorised. Communication and sensitivity are ever present despite a somewhat brutalist approach to creating sound. 


Omer Barash: Milego

"Milego" heißt "aus dem Inneren" auf Aramäisch.
In diesem Stück versuche ich die Zuhörer:innen in einen Raum zu stellen, wo sie (mindestens) zwei Perspektiven auf den Klängen haben: die erste ist eine "mikroskopische" Perspektive, in der kleine Klänge sehr deutlich und nah gehört werden. Mit der zweiten Perspektive versuche ich hingegen, weite Klanglandschaften - konkreter bzw. synthetischer Natur - darzustellen. Wenn beide Perspektiven gleichzeitig anwesend sind, hoffe ich, dass ein vielschichtiges Klangbild geschaffen wird, wo man das Gefühl hast, dass man aus dem Inneren des einen Klanges auf einen anderen hinhört.


Hristina Šušak: NANO#2

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Gabriel Bramböck: Stillleben mit Klavier, Flöte und Kontrabass

Durch Mikrophonierung (im Wortsinne) werden extrem leise Klänge der drei Instrumente hörbar gemacht, indem sie zeitverzögert durch eine dynamische Effektkette in den Raum gespielt werden. Ursache und Wirkung sind also vermeintlich entkoppelt, wodurch eine Polyphonie aus Gesehenem (sowie imaginiert Gehörtem) und akustisch Gehörtem entsteht. Einzelne Klangereignisse werden schwarmartig verdichtet und lassen ungeahnte Klangwelten entstehen, die das vermeintlich bedeutungslose Geräusch transzendieren.
...manchmal wird man Zeuge eines Handelns, das unverständlich scheint – erst unter Umdimensionierung der Perspektive offenbart sich Sinn...


Haruki Noda: dissoziation

Der Begriff "Dissoziation" bezeichnet das (teilweise bis vollständige) Auseinanderfallen von psychischen Funktionen, die normalerweise zusammenhängen. [...] Bei dissoziativen Trancezuständen handelt es sich um eine vorübergehende Bewusstseinsveränderung mit dem Verlust des Gefühls der persönlichen Identität, einer Einengung des Bewusstseins auf die unmittelbare Umgebung oder bestimmte Umgebungsreize. Bewegungen, Haltungen und Gesprochenes beschränken sich auf eine Wiederholung der immer selben wenigen Dinge oder Handlungen. (Quelle: Wikipedia)


Doina-Cezara Procopciuc: u n d a

underwater.
the space is shapeshifting,

there is life
there is sound
there is silence
there is chaos.

the waves are singing... it's perfect.


Dominik Förtsch: PAIMON [prestudy_#1]

[...] with trumpets //
[...] and cymbals //
he hath [...]
and roareth at his first coming //


Bios

Afamia Al-Dayaa (* 1985) studierte Klavier, Sprachkunst und aktuell Komposition bei Karlheinz Essl. Ihre Kompositionen wurden u.a. beim DIALOGE Festival (Salzburg), Wien Modern und beim Kammermusikfestival Regensburg uraufgeführt. Sie hatte Gelegenheit mit Ensembles wie dem Arditti Quartet, I Solisti - Belgian Wind Ensemble, Platypus Ensemble zu arbeiten. Mit ihrem 1. Streichquartett gewann sie den Kompositionswettbewerb des 8. Internationalen Joseph Haydn Kammermusikwettbewerbs 2021, und den 3. Preis des Kompositionswettbewerbs "Unternehmen Gegenwart 2021". Website...

Tom Aitken (* 2000) ist Kompositionsstudent an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Seine aktuelle Musik verwischt die Grenze zwischen einer rein geräuschbasierten Klangerzeugung und Momenten seligen Bewusstseins, die über die Ruhe der Stille und langsame, fragile Harmonie nachdenken. Helmut Lachenmann, Klaus Lang, die Neuen Vocalsolisten Stuttgart, das Ensemble Modern und das Meitar Ensemble haben seine frühe professionelle Entwicklung durch internationale Meisterkurse, Seminare und Privatunterricht in Mitteleuropa und im Nahen Osten gefördert.

Omer Barash (* 1995) ist ein Komponist, der derzeit in Wien studierte und arbeitet. In seiner Musik erforscht er mit Hilfe von instrumentalen und elektroakustischen Medien verschiedenen Bewegungserfahrungen sowie unterschiedliche Hörweisen. Er hat mit Ensembles wie Meitar (Israel), Paramirabo (Kanada), Modern (Deutschland) und Reconsil (Österreich) zusammengearbeitet. Bevor er ist nach Wien gekommen, studierte er in Jerusalem und Montreal. Kürzlich wurde er für den Cursus für Komposition und Musikinformatik 2022-23 am IRCAM in Paris ausgewählt. Website...

Hristina Šušak (* 1996) started her composition studies with 17 years at the University of Music and Performing Arts in Vienna. In 2019 she graduated in Music Theory and in January 2022 she is finishing her Composition Studies in the class of Iris ter Schiphorst at the same university. Since 2020 she is studying electroacoustic composition with Karlheinz Essl. She was awarded with the Prize of the City of Vienna for the section of music for the year 2021. Since October 2021 she teaches “Tonsatz” at Hochschule für Musik und Theater Leipzig. 2021 she was selected as one of four winners of the Call for Scores from PHACE Ensemble and Ö1 Vienna. She also won Second Prize at the 3rd International Composers Competition “New Music Generation 2021”. Her works have been performed by Ensemble Intercontemporain, Arditti Quartett, PHACE Ensemble, NÖ Tonkünstler Orchester, Bruckner Orchester Linz, at Volkstheater Wien and ECLAT Festival. Website...

Gabriel Bramböck (* 1998) geboren und aufgewachsen in Innsbruck. Erhielt Ausbildung auf den Instrumenten Tuba, Klavier und Orgel; ferner in Gesang, Flöte, Klarinette, Saxophon und Violine. Wettbewerbs- und Konzerttätigkeit im In- und Ausland solistisch als auch in verschiedenen Orchestern und kammermusikalischen Ensembles. Kompositorische Studien zunächst autodidaktisch; Werke für Solo-Instrumente, Streicher, Bläser, Stimmen, Orchester und andere Besetzungen. Aufführungen unter anderem im Brucknerhaus Linz, beim Festival Wien Modern und im Wiener Konzerthaus. Mitgründer der Konzertreihe "antagonisma - musik im widerstreit" und des "magarac ensemble". Mitgründer des interdisziplinär arbeitenden Künstlerkollektivs "kunstvolk". Gabriel Bramböck lebt derzeit in Wien und Innsbruck und studiert Komposition und Tuba an der Universität für Musik und darstellende Kunst bei Karlheinz Essl und Michael Pircher.

Haruki Noda geboren 1992 in Kumamoto/Japan, aufgewachsen in Wien/Österreich. Studium klassische Gitarre an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Seit 2015 Studium der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Musiktheorie (Gesine Schröder), Komposition (Iris ter Schiphorst), elektroakustische Musik (Karlheinz Essl) und Phd Musikwissenschaft (Nikolaus Urbanek). Kann als Komponist bereits auf zahlreiche Aufführungen verweisen, so etwa die Aufführung eines Orchesterstückes für das mit dem Sustainibility-Award 2018 ausgezeichneten Projekt Zusammenklänge – Musizieren mit Flüchtlingen 2017, die Aufführung der Komposition Im Gedenken an F.P. Schubert durch das Arditti-Quartett im Rahmen von Wien Modern 2020, weitere Aufführungen von Werken bei Transparent Sound New Music Festival Budapest 2021, augmented strings 2021, sowie KulturnahSibratsgfäll 2021. Die Komposition subliminal stimuli wurde beim Kompositionswettbewerb der ersten „Tage der neuen Klaviermusik Graz“ 2021 für die Finalrunde ausgewählt und mit dem Sonderpreis der Universal-Edition prämiert. Außerdem als Musikwissenschaftler und Content-Producer auf Youtube tätig. Instagram...

Doina-Cezara Procopciuc (* 1995) has been studying composition since 2016, and later film music composition, at the University of Music and Performing Arts Vienna, with Martin Lichtfuss, Karlheinz Essl and Iris ter Schiphorst. Currently her works are played on different Austrian stages, like FAL (Future Art Lab) Vienna, Reactor, Alte Schmiede, Anton Bruckner University Linz, working with artists like Jaime Wolfson and Platypus Ensemble, Lux Brumalis Ensemble, Nimikry Duo, Jakob Steinkellner, Helena Sorokina, Helge Stiegler and many others. Her chosen way of composing is to create a symbiosis of the music with other dimensions, with other arts. Often her pieces would contain performance attributes, which are realised through different media, such as electronics or live electronics, video projections, dance or movement, language and singing - "Everything has a presence and I like to put it in my own shapes."

Dominik Förtsch (* 1990) wächst in Norddeutschland auf, studiert darstellende Kunst in Graz und arbeitet für einige Jahre als Sänger, Tänzer und Darsteller an verschiedenen Häusern (u.a. mit Nina Mattenklotz, Ingo Berk, Nora Bussenius). Aktuell studiert er Medien- und elektroakustische Komposition in Wien (Judit Varga, Karlheinz Essl) und probiert an den Grenzräumen zwischen Performance und Musik. 2019 wurde sein erstes Orchesterwerk "VOID" (Ensemble Ultreia) uraufgeführt; weitere Stücke beim Festival Wien Modern und dem WienerRauschen-Festival. 2021 arbeitet er mit Samu Gryllus und dem BlackPage-Orchestra zusammen, das Arditti-Quartet nimmt sein Streichquartett hrímdauðr auf. Außerdem ist er Mitglied von MuPaTH. Instagramm...


Team

Johannes Kretz: Musik und Computer
Andreas Weixler: Musik und Computer
Wolfgang Musil: Live-Elektronik

Paul Scheliga: Tonmeister
Hans Döllinger: technische Leitung

Karlheinz Essl: Konzept, künstlerische Betreuung und Gesamtleitung



Updated: 6 May 2024

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