In's Offene!

Studierende der Kompositionsklasse von Karlheinz Essl
präsentieren ihre Abschlussarbeiten

Mi 28.6.2023, 18:00 - 20:00 Uhr

Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Klangtheater @ Future Art Lab
1030 Wien, Anton von Webern-Platz 1

mdw

cezara-sujet

© 2023 by Cezara Procopciuc


Studierende der Kompositionsklasse von Karlheinz Essl präsentieren ihre Abschlussarbeiten im Klangtheater des Future Art Labs der MDW.

Ein Abend mit Uraufführungen von Doina-Cezara Procopciuc, Gabriel Bramböck, Tom Aitken, Haruki Noda, Seo Yoon Jang, Yuheng Chen, Stefan Grimus und Kaspar Kuopamäkki.


Programm | Werkkommentare | Bios | Team


Programm


Gabriel Bramböck: VENUS ANADYOMENE
fixed media composition (Ambisonics) - 10’
Gabriel Bramböck: Klangprojektion

Kaspar Kuoppamäki: Music for Black Holes
für präpariertes Klavier mit Live-Elektronik (21ch) - 14’
Kasho Chualan: präpariertes Klavier
Kaspar Kuoppamäki: Live-Elektronik

Doina-Cezara Procopciuc: Skulptur
für Tenorblockflöte und Live-Elektronik (4ch) - 7’
Katharina Lugmayr: Tenorblockflöte
Doina-Cezara Procopciuc: Live-Elektronik

Yuheng Chen: od_od
für Klavier/Keyboard, Saxophon, Schlagzeug, No-Input-Mixer und Video (2ch) - 10’
Panagiotis Nikitaris: Piano, Keyboard
Juan Alonso Moreda: Saxophon
Mitszru Nishimura: Schlagzeug
Yuheng Chen: No-Input-Mixer


*** PAUSE ***


Tom Aitken: Unusual Ways of Saying Something
fixed media composition (Ambisonics) with video - 8’

Tom Aitken: Klangprojektion

Seo Yoon Jang: Eine neue Arche Noah
für Klarinette, Violoncello und Live-Elektronik (4ch) - 8’
Charlotte Strauch: Klarinette
Hanna Vogel: Violoncello
Seo Joon Jang: Live-Elektronik

Stefan Grimus & Kaspar Kuoppamäki: Selection 1.1
Improvisation für E-Gitarre, Cello & Live-Elektronik (4ch) - 12’
Stefan Grimus: E-Gitarre & Live-Elektronik
Kaspar Kuoppamäki: Violoncello & Live-Elektronik

Haruki Noda / Mara Koppitsch / Sara Nielsen: Ecce Homo
Multimedia Performance für eine Schauspielerin mit Video und Live-Elektronik (Ambisonics) - 12’
Text: Friedrich Nietzsche
Haruki Noda: Konzept, Musik & Visuals
Mara Koppitsch: Konzept & Performance
Sara Nielsen: Kostüm & Performance


Werkkommentare


Gabriel Bramböck: VENUS ANADYOMENE

Senkrecht über dem Wasser, stehend, den treibenden Booten zugewandt, eine halbe Minute lang oder eine ganze, zeigte sich die Galeonsfigur. Aller Augen hingen an ihr. Niemand entsann sich, sie vorher gesehen zu haben. Ein Bild wie aus gelbem Marmor. Eine Frau. Statue einer schimmernden, rauh behäuteten Göttin. Venus anadyomene. Die Arme, nach rückwärts geschlagen, verfingen sich in braunes, meerumrauchtes Holz, die üppigen Schenkel umklammerten den stolzen Baum des Kiels. Ein mächtiger, verführerischer Gesang zu den Männern hinüber. Eine dreiste Verheißung strotzender Brüste. Dann war die Erscheinung verschwunden.
(Hans Henny Jahnn: Fluß ohne Ufer)


Doina-Cezara Procopciuc: Skulptur

The "dissolving sculpture" is a term brought in sculpture art by the artist Tomohiro Inaba, for his works of steel wire that appear to disintegrate into the air, leaving "blanks", as he calls it, which entice the viewer to fantasize about something that eyes cannot see. Similar to those dissolving wires, the composer finds the malleable sound of the recorder and its flexible playing techniques, the air which gains individuality in contact with the instrument and the player - all of it - a rich material to carve a sculpture of sounds dissolving into the terrain of unknown, of imagined, yet to be shaped. The live electronics in "Skulptur" are another set of, almost but not fully, transparent wires that takes the sculpture of these sounds beyond its orbit, takes it "into the open".


Kaspar Kuoppamäki: Music for Black Holes

Black holes do not go around in space eating stars, moons and planets. Find black holes. Space telescopes with special tools can help. Can not be seen with human eyes.


Yuheng Chen: od_od

Die Inspiration stammt von den Menschen am Rand der Metropole, die durch Drogenüberdosis eine betäubende Wirkung erfahren. Der Titel des Stücks wurde von einem Liedtext der japanischen Rockband "Incidents Tokyo" namens "Overdose" entlehnt, der von die vocal “Shiina Ringo” verfasst wurde:
Süß und auch bitter,
letztendlich köstlich,
Die meisten schwer zu sagen,
wurden erwartet.
Im Bereich der Unschuld von Mensch und Tier,
Das Gefühl des Lebendigseins schwindet schnell,
Verschwindet eher so.
Ich möchte fast in Frage stellen,
Wie sehr es gefährdet ist.
Langsam stumpft es ab,
Entgegen dem Fleischgewirr, die Seele.


Tom Aitken: Unusual Ways of Saying Something

“They don’t talk about the times you get it right, they talk about the times that you get it wrong. And a lot of the things that people call “Murray-isms” — meaning that they are mistakes — were not actually mistakes. They were slips of the tongue. They were... malapropisms. They were... I like to think unusual ways of saying something. There’s nothing wrong with the car except it’s on fire!”


Seo Yoon Jang: Eine neue Arche Noah

Die schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Menschheit, wie Kriege, Epidemien und andere, haben die Menschen gezwungen, neu zu beginnen und ihr bisheriges Leben zu verlassen. Gleichzeitig zeigen die Menschen immer wieder eine beispiellose Kreativität bei diesen Neuanfängen und schaffen auf dem, was zerstört wurde, etwas Neues. Dieses Stück drückt die Kraft aus, mit den kleinsten Dingen zu beginnen und alles zu erschaffen.


Stefan Grimus & Kaspar Kuoppamäki: Selection 1.1

Seit 2023 improvisieren Kaspar Kuoppamäki und Stefan Grimus mit elektronisch erweiterten Instrumenten zusammen. Aus diesen Begegnungen wurde Material ausgewählt, welches für diesen Klassenabend in einem zeitlich begrenzten Rahmen nochmals neu verarbeitet wird.

Haruki Noda / Mara Koppitsch / Sara Nielsen: Ecce Homo

"Und Zarathustra sprach also zum Volke: Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr gethan, ihn zu überwinden? Alle Wesen bisher schufen Etwas über sich hinaus: und ihr wollt die Ebbe dieser grossen Flut sein und lieber noch zum Thiere zurückgehn, als den Menschen überwinden?"
(aus: Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra)


Bios

Gabriel Bramböck (* 1998, Österreich) ist in Innsbruck geboren und aufgewachsen. Er erhielt instrumentale Ausbildung auf Tuba, Klavier und Orgel. Seine Kompositionen wurden unter anderem im Brucknerhaus Linz, beim Festival Wien Modern, im Wiener Konzerthaus und im Haus der Musik Innsbruck aufgeführt sowie in Funk und Fernsehen ausgestrahlt. Neben der kompositorischen Arbeit an Werken für Solo-Instrumente, Streicher, Bläser, Stimmen, Orchester und andere Besetzungen spielt er mit diversen Orchestern und Ensembles Konzerte im In- und Ausland und ist auch solistisch und pädagogisch aktiv. Er ist Mitgründer und -leiter der Konzertreihe antagōnisma – musik im widerstreit und des interdisziplinären Künstler:innenkollektivs kunstvolk. Gabriel Bramböck lebt in Wien und Innsbruck und schließt aktuell seine Studien in Komposition und Tuba an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ab.

Doina-Cezara Procopciuc (* 1995, Moldau) has been studying composition since 2016, and later film music composition, at the University of Music and Performing Arts Vienna, with Martin Lichtfuss, Karlheinz Essl and Iris ter Schiphorst. Currently her works are played on different Austrian stages, like FAL (Future Art Lab) Vienna, Reactor, Alte Schmiede, Anton Bruckner University Linz, working with artists like Jaime Wolfson and Platypus Ensemble, Lux Brumalis Ensemble, Nimikry Duo, Jakob Steinkellner, Helena Sorokina, Helge Stiegler and many others. Her chosen way of composing is to create a symbiosis of the music with other dimensions, with other arts. Often her pieces would contain performance attributes, which are realised through different media, such as electronics or live electronics, video projections, dance or movement, language and singing - "Everything has a presence and I like to put it in my own shapes."

Seo Yoon Jang (* 1998, Korea) begann ihre musikalische Ausbildung in Komposition an der Sunhwa Arts High School. Nach einem Semester an der Hanyang-Universität kam sie nach Wien, um ihr Kompositionsstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Dietmar Schermann fortzusetzen. 2021 begann sie den 2. Abschnitt ihres Diplomstudiums bei Michael Jarrell und studiert seit 2022 zusätzlich elektroakustische Komposition bei Karlheinz Essl. Eines ihrer Werke wurde beim 2022 Daegu International Computer Musik Festival in Südkorea ausgewählt und aufgeführt.

Kaspar Kuoppamäki (* 1996, Finnland) ist Komponist und Regisseur von elektronischer Musik und audiovisuellen filmischen Werken. Musikalisch befasst sich Kaspar genreübergreifend mit Einflüssen aus Black Metal und Hyperpop bis zur Neuen Musik und Ambient, und lehnt die Zweiteilung in Kategorien von E- und U-Musik ab. Immer auf der Suche nach neuen Klängen, entfalten sich Kompositionen aus redundanten Gesten zu komplexen, synthetisch-organischen und verführerischen Klangwelten. Ursprünglich aus Helsinki, derzeit in Wien und Essen, studiert Kaspar Komposition mit den Schwerpunkten Elektroakustik und Audiovisuelle Komposition an der Folkwang UdK und der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Instagram: @kapppak

Tom Aitken (* 2000, Schottland) is a masters composition student at the University of Music and Performing Arts, Vienna. His current music blurs the boundary between a purely noise-based production of sound and moments of blissful awareness that reflect on the tranquility of calmness and slow-paced, fragile harmony. Existing fetishistic qualities are dismissed as the core values of playing an instrument are questioned and categorised. Tom had the opportunity to present his Piano Quintet No.1 for Her Majesty the Queen and members of the Scottish parliament in the summer of 2016. Helmut Lachenmann, Klaus Lang, Neue Vocalsolisten Stuttgart, Ensemble Modern, Meitar Ensemble and Klangforum Wien have aided Tom’s early professional development through international masterclasses, seminars and private lessons in Central Europe and the Middle East. Tom is grateful to be supported by The Cross Trust for a number of years as well as the The Association for Cultural Exchange Foundation, The Scottish International Educational Trust and The Hope Scott Trust.

Stefan Grimus (* 1994) is a composer and performer based in Vienna. In his works subculture aesthetics of post-club and diverse guitar musics provide the foundation where the musical parameters and structures get extended through contemporary classical music practices. In addition to studying composition he also studied sociology in Vienna and Berlin.

Yuheng Chen (* 1998, China) born in 1998 in Jinan, China, Chen’s works have been performed by such diverse places as the Tokyo Philharmonic Orchestra, Schallfeld Ensemble, Ensemble Via Nova, Ensemble platypus and the Company of Music, among numerous others. Chen was selected as finalist for the “Ö1 TALENTEBÖRSE” composition competition and the 3rd prize winner of the “TORU TAKEMITSU COMPOSITION AWARD 2023”.

Haruki Noda (* 1992, Japan/Österreich) ist Komponist, Multimedia- und Performancekünstler. Er studierte Gitarre an der HfMT Köln sowie Komposition, Elektroakustische Komposition und Musiktheorie an der mdw. Seine Werke wurden u.a. aufgeführt bei Wien Modern 2020, Transparent Sound New Music Festival Budapest 2021 oder bei Kulturnah Sibratsgfäll 2021. Er war Sonderpreisträger beim Kompositionswettbewerb der Tage der neuen Klaviermusik Graz 2021. 2022 Residency am Kulturzentrum Toblach sowie 2023 am Wirth-Institute Alberta. Er ist Stipendiat von verschiedenen Artistic-Research-Projekten, 2019 erhielt er außerdem das Sylff Fellowship für Komposition.

Mara Koppitsch (*1992, Graz) Schauspielausbildung in Wien, abgeschlossen mit Diplom und Paritätischer Reife, 2019. Theater u.a.: Ein seltsames Paar (Regie: Nicole Fendesack, 2023); Valentins Panoptikum (Regie: Peter Pausz, 2023); Reigen (Regie: Peter Pausz, 2022); Der Lechner Edi schaut ins Paradies (Regie: Peter Pausz, 2021); Königin von Saba – Oper (Regie: Peter P. Pachl, 2019); Drei Schwestern (Regie: Ruth Rieser, 2018). Weiters im Bereich Lesung, Moderation und Performance tätig. Schauspielerin bei „Tag8“ - live adventures. Filmprojekte u.a.: 2020/2021, AMSTERDAM – Spiel dich nicht, Serie (4 Folgen), wozek.film.

Jungdesignerin Sara Nielsen, geboren und aufgewachsen in Kopenhagen. Lebt und arbeitet seit 2022 in St. Andrä-Wördern, Niederösterreich im Gemeinschafts Atelier am Dorfplatz, Josef-Karner-Platz. Derzeitige Projekte umfassen Sportbereiche, Kunst und Kultur, als auch ihre eigene angehende Modelinie.


Team

Johannes Kretz: Musik und Computer
Andreas Weixler: Musik und Computer
Wolfgang Musil: Live-Elektronik

Georg Hühnerfuss: Tonmeister
Hans Döllinger: technische Leitung

Karlheinz Essl: Konzept, künstlerische Betreuung und Gesamtleitung



Updated: 8 Mar 2024

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